Über Ostara Jasmin Hennig

Vor einiger Zeit hab ich mich auf den Weg zu mir gemacht. Viele meiner ganz persönlichen Schatten habe ich dabei ans Licht geholt und genau betrachtet. Die Welt ist voller Schatten und es lohnt sich, den einen oder anderen ans Licht zu ziehen. Light up the world!

Geht’s noch?

Geht’s noch? Geht’s noch besser?
„Optimistisch“ ist ein sehr schönes Wort, oder? Menschen, die eine optimistische Lebenseinstellung haben, sind heiter, zuversichtlich und lebensbejahend, weil sie alles (oder vielleicht auch nur vieles) von der besten Seite betrachten.

Der Begriff „Optimierung“ hat den gleichen Wortstamm – wirkt auf mich jedoch weniger positiv. So lange es darum geht, Maschinen, Autos, Webseiten, Software-Programme etc. stetig zu verbessern, so lange ist es für mich ok. Doch nun taucht „Optimierung“ zunehmend in unserer Arbeitswelt auf. Wir sollen noch besser werden, noch effizienter arbeiten, mehr Leistung bringen – alles geben für das Unternehmen. Ganze Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit der Thematik, wie aus den Mitarbeitern das meiste herausgeholt werden kann. Sicher, an sich arbeiten kann man/frau immer und (Weiter-)Entwicklung ist prima, macht mitunter sogar richtig Spaß!

Aber: Heißt „Optimierung in der Arbeitswelt“ und die daraus resultierende Erwartung an die betroffenen Mitarbeiter nicht auch im Umkehrschluss, „ich bin nicht in Ordnung?“ Für viele impliziert es genau das. Und das bereitet mir große Sorgen! Die Konsequenzen sind immer öfter Unwohlsein, Burn-Out oder sogar Depressionen. Die Unvereinbarkeit zwischen der stets zu steigernden Effizienz und dem eigenen Selbstbild verderben dem einen oder der anderen den täglichen Gang zur Arbeit. Die Forderung, in der gleichen Arbeitszeit noch mehr zu leisten, kann sich folglich für das Unternehmen in das genaue Gegenteil auswirken: Leistungsabfälle, krankheitsbedingte Ausfälle, Kündigungen. Worin der wahre Grund dafür liegt, das wissen die wenigsten Unternehmer, Geschäftsführer, Abteilungsleiter und experimentieren mit weiteren Mitteln, um ihre Angestellten anzuspornen.

Und die Betroffenen? Sie geben weiterhin so lange ihr Bestes, bis sie vollkommen ermüdet und ausgebrannt sind, einfach nicht mehr können. Ist das ein Teufelskreis oder gibt es gar Möglichkeiten zur Prävention? Und wenn es eine Prävention gibt, in wessen Verantwortung liegt diese dann?

Vor einigen Monaten lernte ich den Musiker und Coach Torsten Riemann kennen. In seinen Coaching-Konzerten hält er uns einen Spiegel vor, der zunächst betroffen machen kann und uns dann umso mehr ermutigt, den Schritt aus der Opferrolle zu wagen, indem wir uns unserer Eigenverantwortung wieder bewusst werden. „Innehalten“ ist eines der großen Zauberwörter!

Ich wünsche mir und Euch, dass wir alle öfter einmal innehalten und jeden Tag aufs Neue lebensbejahend, zuversichtlich und heiter sind, im Privaten und im Beruflichen.

Meine ganz persönlichen Einheitsgedanken

Wieder jährt sich dieses unglaubliche Ereignis, der Tag der Deutschen Einheit!

Mein Großvater lebte seinerzeit in Lübeck während sein Bruder in Rostock seinen Lebensmittelpunkt hatte. Die Brüder hatten eine sehr starke persönliche Bindung und freuten sich jedesmal von Herzen, wenn sie die Möglichkeit hatten, sich zu sehen und in die Arme zu schließen. Und das taten sie nach dem Mauerfall gern und oft. Meine Großmutter konnte endlich nach zig Jahren in ihre Heimat Sachsen reisen, wann immer sie wollte, ihre Mutter und ihre beste Freundin besuchen. Und nicht nur ihnen erging es so, sondern zahlreichen Familien, die durch die Grenzanlagen, die mitten durch Deutschland verliefen, unter den Trennungen von geliebten Verwandten und Freunden gelitten haben.

Manch einer sagt auch heute noch, „hätte es doch den Mauerfall nie gegeben! Zieht die Mauer wieder hoch!“ Sicher steckt hinter solchen Aussagen eine Erfahrung der letzten Jahrzehnte, eine Sehnsucht nach Zeiten, als noch „alles besser war“. Ich bin jenen Menschen unglaublich dankbar, die damals dafür gekämpft und demonstriert haben, dass es diese Grenze zwischen Ost und West nicht mehr gibt. Ich bin unglaublich dankbar, weil ich gesehen habe, wie erleichtert und voller Freude Familien wieder zu Familien wurden. Welch Euphorie ging damals durch Deutschland – in Ost wie West!

Ich gehöre schon zur nachfolgenden Generation. Teilung Deutschlands, Mauer im Land und im Kopf, Kalter Krieg – völlig normal. Dennoch ich bin unheimlich dankbar, weil mir der Mauerfall Begegnungen mit Menschen ermöglicht hat, die mir heute lieb und teuer sind. Mein Freund Klaus beispielsweise, der mir das Leben auf der „anderen Seite“ näher gebracht hat. Mit seinen Schilderungen hat er mir gezeigt, dass ein Miteinander nicht nur möglich sondern auch sehr wichtig ist. Dass wir Menschen aufeinander achten können und sollen, dass wir uns gegenseitig helfen/ unterstützen, für einander da sind. Er hat mir verdeutlicht, dass die Wertevorstellung, wie ich sie bis dahin kannte, sich mit den Ellenbogen durch die Gesellschaft zu bewegen, herz- und lieb- und hirnlos sind. Klaus, ich danke Dir für all die Gespräche, die wir miteinander hatten und für Deine Freundschaft. Mittlerweile weilst Du seit einigen Jahren nicht mehr unter uns, Du hast den Kampf gegen den Krebs verloren. Erst gestern, beim Sichern meiner Dateien auf dem MacBook, hatte ich wieder ein Foto von Dir betrachtet und stelle fest, ich vermisse Dich. Wo auch immer Du bist, ich hoffe, es geht Dir gut und mein „Danke“ erreicht Dich.

Im Laufe der letzten Jahre habe ich mich auf diversen Reisen wiedergefunden und habe Land und Leute kennengelernt: die Mecklenburgische Seenplatte, die Uckermark, das Oderbruch. Ich bin auf den Spuren meiner Vorfahren in Sachsen gewandelt, habe gesehen, wo sie gelebt und gewirkt haben. Welch wunderbare Landschaften ich sehen durfte und welch spannenden Geschichten und Schicksalsschilderungen durfte ich lauschen!

Ja, ich habe mich auf diversen Reisen „wiedergefunden“ – oder auch nicht. Eigentlich eher nicht, ich hab mich selbst verloren und war nicht mehr mit mir „eins“. Es gab keine Einheit in dem was ich fühlte und dem, was ich tat. Ich habe funktioniert, mein Brötchengeld nach Hause gebracht, um meine Kinder zu ernähren. Auf meinen Reisen bin ich immer wieder Menschen begegnet, von denen ich einige heute zu meinen wertvollen Freunden zähle; Menschen, die mit sich kongruent, im Reinen sind, die das tun, was ihnen Freude bereitet. Und ich gönne es ihnen von Herzen. Ich erträumte mir ein Leben, das ich „irgendwann“ einmal führen möchte. Von einem „irgendwann“ in ferner Zukunft, in der ich genau das tue, was mir Spaß macht. Ja, träumen ist schön, auf die Verwirklichung hinarbeiten ist ebenso schön. Nur: ich lebe heute und wer weiß, was in 10, 20 oder 30 Jahren ist? Ich möchte mich heute wohl fühlen und tun, wonach mein Herz ruft. Das „funktionieren“ setzt mir Grenzen, meine ganz eigene Mauer, die ich so hoch gezogen habe, dass ich zwar sehen kann, was ich vielleicht möchte, aber es nicht erreiche, wenn ich sie nicht einreiße. Ich fühlte mich ein wenig, wie auf einem Schiff auf stürmischer See. Als Kapitän meines Schiffes versagte ich, sah mich nicht in dieser Rolle, sondern putzte als Smutje die Kombüse und hoffte darauf, irgendwie an den Strudeln des Lebens vorbei navigiert zu werden. Ich ging den Besatzungsmitgliedern, die ebenfalls auf diesem Schiff sind und mir teilweise unangenehm waren, aus dem Wege soweit möglich.

Und nun kam jemand daher und sagte, dass genau diese Besatzungsmitglieder mir einen Spiegel vorhalten. Geht ja gar nicht! Und was heißt, ich soll das Ruder selbst in die Hand nehmen, die Unwegbarkeiten umschiffen, meine Grenzen einreißen und die Mauer fallen lassen, um genau dahin zu gelangen, wohin es mich zieht. Ups!

Auch diese Begegnung hätte es ohne den 29. November 1989 vermutlich nie gegeben. Diese Begegnung, die mir klar gemacht hat, wie wichtig es ist, im hier und jetzt zu leben und gleichzeitig große (großartige) Ziele zu setzen, die wirklich zu mir gehören. Eine Begegnung, die mich jeden Tag aufs neue lehrt, achtsam und in Liebe durch mein Leben zu gehen, bewusst in den Spiegel zu schauen, den mir meine Mitreisenden vor Augen halten.

Ich habe von all den Menschen, die mich in meinem Leben begleiten oder begleitet haben, so viel gelernt und es hört nicht auf – ich lerne weiter, solange ich die Lektionen meines Lebens bewusst wahrnehme, reflektiere und daraus Konsequenzen ziehe. Möglich, dass ich diese Erkenntnisse irgendwann von selbst bekommen hätte, ohne einen (Denk-) Anstoß von außen. Möglich, dass ich andere Wege gesucht und gefunden hätte, zu mir zu kommen und ebenso möglich, dass ganz andere Wegbegleiter(innen) meinen Lebensweg gekreuzt und bereichert hätten. Ja, alles möglich. Nur jetzt, zum Tag der Deutschen Einheit, ist mir wieder einmal so sehr bewusst, dass ich auf all die wertvollen Menschen, meine Freundinnen/ Freunde und die damit verbundenen Erlebnisse, nicht verzichten möchte. Freunde, ich danke Euch von Herzen.

Ich wünsche mir für uns alle ein grenzenloses und friedvolles Miteinander in Einheit und in Einigkeit!

Erntedank oder die Wertschätzung unserer Lebensmittel

Wir haben auf unserem Planeten Erde eine ungefähre Ackerfläche von 1,5 Millionen Hektar. Brechen wir das runter auf jeden einzelnen Erdenbewohner, so stünden jedem ca. 2000 m² zur Verfügung, um ihn mit Lebensmitteln wie Brot, Gemüse, Obst etc. zu ernähren. In Berlin Pankow gibt es einen sogenannten „Weltacker“ in dem botanischen Volkspark. Hier werden auf 2000 m² die wichtigsten Ackerkulturen der Welt angebaut. Heute lockte bei strahlendem Sonnenschein und 18 Grad ein großes und liebevoll gestaltetes Herbstfest Jung und Alt dorthin. Während sich Teenager, Eltern und Großeltern über gesunde Ernährung, respektvollen Umgang mit der Natur und Klimaschutz erkundigten, betrachteten die Sprösslinge die dortige Natur durch kindliche und entdeckerfreudige Augen, sahen Bienen bei der Arbeit zu, pflückten Äpfel oder tobten sich einfach auf den Wiesen an frischer Luft aus.

Mir tat es gut zu sehen, wie vielen Menschen es wichtig ist, sich selbst zu informieren und gleichzeitig ihren Kindern etwas wertvolles mitzugeben: die Wertschätzung unserer Lebensmittel!

In unserer heutigen Zeit ist es vollkommen normal, dass wir unsere Lebensmittel kaufen. Denn nicht jeder hat einen Garten, um sein Obst und Gemüse selbst anzupflanzen und vielleicht noch ein paar Hühner oder Schafe zu halten. Und nicht jeder hat die Zeit in einer normalen 40-Stunden-Arbeitswoche, sich liebevoll um die Aufzucht von Nahrungsmitteln zu kümmern. Manch einer versteht auch nichts davon, hat andere Talente, die er nutzt und die ihm Freude bereiten. Und wieder andere Menschen verstehen sehr viel davon, Pflanzen und Tiere heranzuziehen, um sie dem Konsumenten nach langer harter Arbeit, diversen Verarbeitungsprozessen und Transportwegen zugänglich zu machen. Unseren „Zugang“ zu den Lebensmitteln finden wir unter anderem in den Supermärkten. Unsere Kinder wachsen damit auf, dass es das normalste von der Welt ist, den Einkaufswagen durch das Geschäft zu schieben, mit diversen Waren vollzupacken und an der Kasse mit Bargeld oder Plastikkarte zu bezahlen.

Wir Erwachsenen wissen „normalerweise“, wo unser Essen herkommt, viele denken oft darüber nach, der Trend zur gesunden Ernährung nimmt zu, manch einer verändert sein Konsumverhalten. Einige denken darüber nach, tun jedoch die zunehmenden Probleme von Klimawandel, Massentierhaltung und ungesundem Junkfood mit einer Handbewegung ab: „ist doch normal, das war die letzten Jahrzehnte so und wir haben es überlebt.“ Jeder wie er mag? Billig sollen unsere Nahrungsmittel sein, vielfältig, bunt und hübsch anzusehen. Sie sollen uns das Leben vereinfachen, schön und satt machen.

Jedes Lebensmittel ist einmal irgendwo gewachsen und ich finde, es sollte uns nicht nur interessieren wo, sondern auch wie. Wir sollten wissen, wer alles daran – und unter welchen Arbeitsbedingungen! – beteiligt ist, sodass wir bequem unser Essen in den zahlreichen Supermärkten einkaufen können.

Was wäre, wenn wir jeden einzelnen Beteiligten wertschätzen, angefangen von unserer Erde, die es uns möglich macht, Lebensmittel anzubauen – sei es direkt für uns oder als Futtermittel für die Nutztiere? Was wäre, wenn wir einfach mal danke sagen? Danke an Mutter Erde, danke an den Landwirt, danke an all die vielen Erntehelfer. Danke all den Menschen, die die Lebensmittel weiterverarbeiten. Danke den oftmals übermüdeten Fahrern, die mit ihren großen LKWs tagtäglich die Autobahnen und Landstraßen befahren. Danke den Mitarbeitern in den Supermärkten, die meist den ganzen Tag ohne Tageslicht an permanent piepsenden Kassen sitzen.

Was wäre wenn…? Probiert es einmal aus. Dankbarkeit macht glücklich!

Wie schon Johann Wolfgang von Goethe schrieb „Leider lässt sich eine wahrhafte Dankbarkeit mit Worten nicht ausdrücken“. Das Erntedankfest im Herbst kann uns einen Anlass geben mit echter Dankbarkeit die Gaben wertzuschätzen und unser Bewusstsein auf das auszurichten, wo die Gaben herkommen. Ganz normal, oder?

Ich jedenfalls bin heute sehr dankbar für einen wunderbaren und informativen Nachmittag im botanischen Volkspark und ein fantastisches Kürbisgericht am Abend! Und Du?

Alles „normal“?

Alles, was als „normal“ gilt, macht die Welt kein bisschen besser.
Innerlich hab ich das schon immer gespürt, aber es brauchte einen mächtigen Schubs von außen, um das auch in mein Bewusstsein zu transportieren. Was macht die Welt besser? Jeder einzelne! Ich sah mich solchen Fragen wie „Wer bis Du wirklich?“ und „Wozu bist Du da?“ im wahrsten Sinne des Wortes ausgeliefert. Es hat einige Zeit, viel Nachdenken und harte Arbeit gekostet, um mich selbst zu erkennen und mit mir und meiner Umwelt wieder ins Reine zu kommen. Was für mich im Leben wirklich zählt:

⇒ (Finanzielle) Unabhängigkeit, um selbstbestimmt die Dinge zu tun, die mir Spaß machen

⇒ mich täglich für einen liebe-/ würdevollen und wertschätzenden Umgang mit Mensch, Tier und Natur einzusetzen

⇒ immer wieder das Alltägliche überschreiten und neue Horizonte entdecken, um mich stets weiterzuentwickeln, und dabei andere Menschen zu inspirieren, ihnen Mut zu machen, dies auch  zu tun

⇒ die Welt mit dem Motorrad zu bereisen, um dabei von anderen Menschen und Kulturen zu lernen und zu zeigen, dass jede(r) über sich hinaus- wachsen kann

⇒ ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen

Wenn Du, oder jemand, den Du kennst, mich dabei unterstützen kann, die „Big Five“ meines Lebens umzusetzen, dann kontaktiere mich bitte!