Erntedank oder die Wertschätzung unserer Lebensmittel

Wir haben auf unserem Planeten Erde eine ungefähre Ackerfläche von 1,5 Millionen Hektar. Brechen wir das runter auf jeden einzelnen Erdenbewohner, so stünden jedem ca. 2000 m² zur Verfügung, um ihn mit Lebensmitteln wie Brot, Gemüse, Obst etc. zu ernähren. In Berlin Pankow gibt es einen sogenannten „Weltacker“ in dem botanischen Volkspark. Hier werden auf 2000 m² die wichtigsten Ackerkulturen der Welt angebaut. Heute lockte bei strahlendem Sonnenschein und 18 Grad ein großes und liebevoll gestaltetes Herbstfest Jung und Alt dorthin. Während sich Teenager, Eltern und Großeltern über gesunde Ernährung, respektvollen Umgang mit der Natur und Klimaschutz erkundigten, betrachteten die Sprösslinge die dortige Natur durch kindliche und entdeckerfreudige Augen, sahen Bienen bei der Arbeit zu, pflückten Äpfel oder tobten sich einfach auf den Wiesen an frischer Luft aus.

Mir tat es gut zu sehen, wie vielen Menschen es wichtig ist, sich selbst zu informieren und gleichzeitig ihren Kindern etwas wertvolles mitzugeben: die Wertschätzung unserer Lebensmittel!

In unserer heutigen Zeit ist es vollkommen normal, dass wir unsere Lebensmittel kaufen. Denn nicht jeder hat einen Garten, um sein Obst und Gemüse selbst anzupflanzen und vielleicht noch ein paar Hühner oder Schafe zu halten. Und nicht jeder hat die Zeit in einer normalen 40-Stunden-Arbeitswoche, sich liebevoll um die Aufzucht von Nahrungsmitteln zu kümmern. Manch einer versteht auch nichts davon, hat andere Talente, die er nutzt und die ihm Freude bereiten. Und wieder andere Menschen verstehen sehr viel davon, Pflanzen und Tiere heranzuziehen, um sie dem Konsumenten nach langer harter Arbeit, diversen Verarbeitungsprozessen und Transportwegen zugänglich zu machen. Unseren „Zugang“ zu den Lebensmitteln finden wir unter anderem in den Supermärkten. Unsere Kinder wachsen damit auf, dass es das normalste von der Welt ist, den Einkaufswagen durch das Geschäft zu schieben, mit diversen Waren vollzupacken und an der Kasse mit Bargeld oder Plastikkarte zu bezahlen.

Wir Erwachsenen wissen „normalerweise“, wo unser Essen herkommt, viele denken oft darüber nach, der Trend zur gesunden Ernährung nimmt zu, manch einer verändert sein Konsumverhalten. Einige denken darüber nach, tun jedoch die zunehmenden Probleme von Klimawandel, Massentierhaltung und ungesundem Junkfood mit einer Handbewegung ab: „ist doch normal, das war die letzten Jahrzehnte so und wir haben es überlebt.“ Jeder wie er mag? Billig sollen unsere Nahrungsmittel sein, vielfältig, bunt und hübsch anzusehen. Sie sollen uns das Leben vereinfachen, schön und satt machen.

Jedes Lebensmittel ist einmal irgendwo gewachsen und ich finde, es sollte uns nicht nur interessieren wo, sondern auch wie. Wir sollten wissen, wer alles daran – und unter welchen Arbeitsbedingungen! – beteiligt ist, sodass wir bequem unser Essen in den zahlreichen Supermärkten einkaufen können.

Was wäre, wenn wir jeden einzelnen Beteiligten wertschätzen, angefangen von unserer Erde, die es uns möglich macht, Lebensmittel anzubauen – sei es direkt für uns oder als Futtermittel für die Nutztiere? Was wäre, wenn wir einfach mal danke sagen? Danke an Mutter Erde, danke an den Landwirt, danke an all die vielen Erntehelfer. Danke all den Menschen, die die Lebensmittel weiterverarbeiten. Danke den oftmals übermüdeten Fahrern, die mit ihren großen LKWs tagtäglich die Autobahnen und Landstraßen befahren. Danke den Mitarbeitern in den Supermärkten, die meist den ganzen Tag ohne Tageslicht an permanent piepsenden Kassen sitzen.

Was wäre wenn…? Probiert es einmal aus. Dankbarkeit macht glücklich!

Wie schon Johann Wolfgang von Goethe schrieb „Leider lässt sich eine wahrhafte Dankbarkeit mit Worten nicht ausdrücken“. Das Erntedankfest im Herbst kann uns einen Anlass geben mit echter Dankbarkeit die Gaben wertzuschätzen und unser Bewusstsein auf das auszurichten, wo die Gaben herkommen. Ganz normal, oder?

Ich jedenfalls bin heute sehr dankbar für einen wunderbaren und informativen Nachmittag im botanischen Volkspark und ein fantastisches Kürbisgericht am Abend! Und Du?

2 Gedanken zu „Erntedank oder die Wertschätzung unserer Lebensmittel

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